Cost-per-Hire berechnen: Formel, Rechenbeispiel, Benchmarks

Cost-per-Hire ist die Summe aller Kosten einer Einstellung, geteilt durch die Zahl der Einstellungen im Betrachtungszeitraum. Die Kennzahl ist einfach — falsch wird sie fast immer bei der Frage, was zu den Kosten gehört.

Lesezeit ca. 7 Minuten · Stand August 2026

Die Formel

Cost-per-Hire = (externe Kosten + interne Kosten) ÷ Anzahl Einstellungen

Externe Kosten sind Beraterhonorare, Anzeigen- und Plattformkosten, Karrieremessen, Assessment- und Diagnostikleistungen, Reise- und Umzugskosten sowie Prämien.

Interne Kosten sind der bewertete Zeitaufwand aller Beteiligten: Recruiting, Hiring Manager, Fachinterviewer, Geschäftsführung, HR-Administration — plus anteilige Tool- und Systemkosten. Genau dieser Block fehlt in den meisten Auswertungen, obwohl er im Mittelstand oft der größere ist.

Für die Bewertung interner Zeit genügt eine belastbare Näherung: Jahresgehalt inklusive Nebenkosten ÷ 1.600 Arbeitsstunden = Stundenkostensatz.

Rechenbeispiel: Mittelständler mit 15 Einstellungen pro Jahr

Angenommen: 15 Einstellungen, davon 4 über externe Personalberatung, durchschnittliches Zielgehalt 75.000 €.

KostenblockRechenwegBetrag / Jahr
Externe Search-Honorare4 × 27.500 €110.000 €
Stellenanzeigen & Plattformen11 × 1.200 €13.200 €
Zeit Hiring Manager15 × 14 h × 75 €15.750 €
Zeit Fachinterviewer15 × 10 h × 60 €9.000 €
Zeit HR / Administration15 × 12 h × 45 €8.100 €
ATS, Tools, Diagnostikpauschal9.000 €
GesamtkostenSumme165.050 €
Cost-per-Hire165.050 € ÷ 1511.003 €

Aufschlussreich ist die Aufteilung: ohne die vier externen Mandate liegt der Cost-per-Hire bei rund 5.000 €, mit ihnen bei über 11.000 €. Die Kennzahl misst damit vor allem eines — wie viel Besetzungskompetenz Sie einkaufen statt selbst zu haben.

Benchmarks im DACH-Mittelstand

RollentypCost-per-Hire (Korridor)
Sachbearbeitung, kaufmännische Rollen2.000–4.500 €
IT-Fachkräfte (Entwicklung, DevOps, Security)6.000–14.000 €
Vertrieb mit technischem Anteil7.000–15.000 €
Führungsrollen (IT-Leitung, CISO, Head of Sales)20.000–60.000 €

Praxiskorridore aus Mandaten und Marktbeobachtung. Vergleiche über Unternehmen hinweg sind nur belastbar, wenn dieselben Kostenblöcke enthalten sind — deshalb ist der interne Vorjahresvergleich aussagekräftiger als jede Branchenzahl.

Die vier versteckten Kostenblöcke

  • Vakanzkosten: entgangene Wertschöpfung der unbesetzten Position — bei einer Schlüsselrolle schnell vierstellig pro Tag
  • Fehlbesetzungen: konservativ ein Jahresgehalt, inklusive Einarbeitung, Teamwirkung und Neustart des Prozesses
  • Führungszeit in falschen Interviews: der teuerste Nebeneffekt schlechter Vorauswahl, weil er nie gebucht wird
  • Abbrüche nach der Zusage: Gegenangebote und Absagen kurz vor Start setzen den gesamten Aufwand auf Null

Wer diese Blöcke ausblendet, optimiert die falsche Zahl: Anzeigenbudget zu kürzen senkt den Cost-per-Hire auf dem Papier und verlängert die Vakanz — netto wird es teurer.

Wie die Kennzahl dauerhaft sinkt

Nicht durch billigere Kanäle, sondern durch höhere Trefferquote pro Prozess. Drei Hebel wirken erfahrungsgemäß am stärksten:

  • Präzise Anforderungsprofile: weniger Interviews pro Einstellung, weniger Fehlgriffe, kürzere Entscheidungszyklen.
  • Marktgerechte Positionierung: bessere Bewerbungsqualität senkt den Sourcing-Aufwand und damit die externe Quote.
  • Internalisierte Besetzungskompetenz: der größte Einzelposten sind externe Honorare. Sinken 4 auf 1–2 Mandate im Jahr, fällt der Cost-per-Hire im Beispiel um über 40 %.

Genau das ist die Rechnung hinter der IOX Hiring Engine: 30.000 € einmalig gegen einen adressierbaren Kostenblock von rund 250.000 € pro Jahr aus externen Fees, Fehlbesetzungen und Vakanzzeiten. Break-even bei 12 % Verbesserung.

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